Winterreifen 2026: Pflicht, Alpine-Symbol und Kaufzeitpunkt

17. Oktober 2026 |   Anzeige Keine Kommentare
Nahaufnahme eines Winterreifens mit tiefem Profil bei leichtem Schneefall
Symbolbild – KI-generiert / DealGott

Winterreifen braucht ihr in Deutschland nicht ab einem festen Datum, sondern sobald Glatteis, Schnee, Schneematsch oder Reifglätte herrschen. Erlaubt sind dann nur noch Reifen mit Alpine-Symbol, reine M+S-Reifen reichen seit dem 1. Oktober 2024 nicht mehr. Wer mit Sommerreifen erwischt wird, zahlt 60 Euro und bekommt einen Punkt. Worauf ihr beim Kauf achten solltet, wann Winterreifen am günstigsten sind und wann Ganzjahresreifen reichen, steht hier. Stand: Oktober 2026.

Das Wichtigste in Kürze

  • Situative Winterreifenpflicht: bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte, ein festes Datum gibt es nicht.
  • Nur Reifen mit Alpine-Symbol (Bergpiktogramm mit Schneeflocke) zählen, M+S allein reicht seit 01.10.2024 nicht mehr.
  • Bußgeld: 60 Euro und 1 Punkt, mit Behinderung anderer 80 Euro, für den Halter 75 Euro und 1 Punkt.
  • Gesetzlich reichen 1,6 mm Profil, der ADAC empfiehlt mindestens 4 mm.
  • Ganzjahresreifen mit Alpine-Symbol gelten rechtlich als Winterreifen.

Ab wann sind Winterreifen Pflicht?

Sobald die Straße winterlich ist, nicht ab einem bestimmten Tag. Nach § 2 Absatz 3a der Straßenverkehrs-Ordnung dürft ihr bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eisglätte oder Reifglätte nur fahren, wenn alle Räder mit wintertauglichen Reifen ausgerüstet sind. Das gilt auch für einen einzigen frostigen Morgen im Oktober.

Die bekannte Faustregel „von O bis O“, also von Oktober bis Ostern, ist nur eine Orientierung und rechtlich nicht bindend. Unser Tipp: Wechselt, bevor der erste Frost angesagt ist. Wer erst beim ersten Schnee einen Termin in der Werkstatt sucht, wartet oft lange.

Welche Reifen gelten als Winterreifen?

Nur Reifen mit dem Alpine-Symbol, einem dreigezackten Berg mit Schneeflocke auf der Reifenflanke. Reifen, die nur mit „M+S“ gekennzeichnet sind, durften bis zum 30. September 2024 noch gefahren werden. Seit dem 1. Oktober 2024 sind sie bei winterlichen Straßenverhältnissen nicht mehr erlaubt.

Ganzjahresreifen gelten rechtlich als Winterreifen, wenn sie das Alpine-Symbol tragen. Prüft deshalb auch bei älteren Ganzjahresreifen, ob das Symbol drauf ist und nicht nur M+S.

Was kostet es, mit Sommerreifen erwischt zu werden?

60 Euro und einen Punkt in Flensburg. Behindert ihr dabei andere, sind es 80 Euro. Auch der Fahrzeughalter kann belangt werden, wenn er die Fahrt ohne passende Bereifung zulässt: 75 Euro und ein Punkt.

Teurer kann es bei einem Unfall werden. Mit Sommerreifen im Schnee kann die Kaskoversicherung wegen grober Fahrlässigkeit ihre Leistung kürzen. Und selbst wenn ihr unverschuldet in einen Unfall geratet, kann euch eine Mitschuld angerechnet werden.

Situation Folge
Sommerreifen bei Glätte 60 Euro, 1 Punkt
dabei andere behindert 80 Euro, 1 Punkt
Halter lässt Fahrt ohne Winterreifen zu 75 Euro, 1 Punkt
Unfall mit Sommerreifen Kasko kann kürzen, Mitschuld möglich
nur M+S ohne Alpine-Symbol gilt seit 01.10.2024 nicht mehr als Winterreifen

Wie viel Profil müssen Winterreifen haben?

Gesetzlich 1,6 Millimeter, sinnvoll sind mindestens 4 Millimeter. Der ADAC empfiehlt, Winterreifen unter 4 Millimetern rechtzeitig zu ersetzen, weil die Leistung bei Schnee, Matsch und Nässe mit sinkendem Profil deutlich nachlässt.

Messen könnt ihr das mit einer 2-Euro-Münze: Der silberne Rand ist 4 Millimeter breit. Steckt ihr die Münze ins Profil und der Rand verschwindet ganz, ist noch genug da. Für Fahrten nach Österreich ist das wichtig: Dort schreibt das Gesetz für Winterreifen mindestens 4 Millimeter Profil vor.

Finger prüfen mit einer Münze die Profiltiefe eines Winterreifens
Symbolbild – KI-generiert / DealGott

Wie alt dürfen Winterreifen sein?

Ein festes Ablaufdatum gibt es nicht, der ADAC rät aber, Reifen nach spätestens acht Jahren zu ersetzen, auf seiner Ratgeberseite sogar nach sechs. Mit der Zeit härtet die Gummimischung aus, und der Reifen greift auf kalter Straße schlechter.

Das Alter steht in der DOT-Nummer auf der Reifenflanke. Der letzte, meist abgesetzte Viererblock verrät Produktionswoche und Jahr: „4224“ heißt zum Beispiel 42. Woche 2024. Beim Kauf solltet ihr laut ADAC keine Reifen nehmen, die schon älter als zwei Jahre sind.

Wann sind Winterreifen am günstigsten?

Meist im Sommer und im frühen Herbst, bevor der große Ansturm beginnt. Aus über 17 Jahren Preisvergleich bei DealGott wissen wir: Sobald im Oktober die ersten kalten Nächte kommen, steigt die Nachfrage, und mit ihr ziehen bei vielen Reifengrößen die Preise an. Wer bis zum ersten Schnee wartet, zahlt oft mehr und findet seine Größe nicht immer vorrätig.

Unser Tipp: Schaut euch vor dem Kauf die Preiskurve eurer Reifengröße an, bei idealo bis zu einem Jahr zurück, bei Geizhals oft noch länger, und bei Amazon mit der Browser-Erweiterung Keepa teils bis zu 10 Jahre. So seht ihr, ob der aktuelle Preis wirklich niedrig ist. Rechnet bei Online-Käufen außerdem die Kosten für Montage und Auswuchten in der Werkstatt mit ein.

Das DealGott-Maskottchen rollt im Schnee einen Stapel Winterreifen zur Werkstatt
Symbolbild – KI-generiert / DealGott

Lohnen sich Ganzjahresreifen?

Für Wenigfahrer in Regionen mit milden Wintern oft ja. Ihr spart den Wechsel zweimal im Jahr und die Lagerung der zweiten Reifen. Wichtig ist das Alpine-Symbol, damit sie als Winterreifen zählen.

Der ADAC sieht Ganzjahresreifen aber als Kompromiss: An spezialisierte Winterreifen im Schnee und an Sommerreifen bei Hitze kommen sie nicht heran. Wer viel fährt, oft in den Bergen unterwegs ist oder im Winter regelmäßig Schnee hat, ist mit echten Winterreifen besser bedient.

Reifen selbst wechseln oder in die Werkstatt?

Wer komplette Räder auf Felgen hat, kann sie mit etwas Übung selbst wechseln. Der ADAC hat dafür eine Schritt-für-Schritt-Anleitung veröffentlicht. Ihr braucht einen passenden Wagenheber, einen Radkreuz- oder Drehmomentschlüssel und einen ebenen, festen Untergrund. Wichtig ist, die Radmuttern nach etwa 50 Kilometern noch einmal zu prüfen und bei Bedarf nachzuziehen.

Müssen die Reifen erst auf die Felgen gezogen und ausgewuchtet werden, geht das nur in der Werkstatt. Unser Tipp: Lasst bei der Gelegenheit gleich Profil und Alter der Sommerreifen prüfen und lagert die abmontierten Räder kühl, trocken und dunkel. Viele Werkstätten bieten auch eine Einlagerung gegen Gebühr an, fragt vorher nach dem Preis.

Häufige Fragen

Darf ich im Oktober noch mit Sommerreifen fahren?

Ja, solange die Straßen nicht winterlich sind. Entscheidend sind die Straßenverhältnisse, nicht das Datum.

Gilt die Winterreifenpflicht auch für Motorräder?

Nein. Einspurige Kraftfahrzeuge sind von der Regel in § 2 Absatz 3a StVO ausgenommen.

Sind M+S-Reifen noch erlaubt?

Bei winterlichen Straßenverhältnissen nicht mehr, seit dem 1. Oktober 2024 braucht ihr dafür das Alpine-Symbol. Bei trockener Straße dürft ihr sie weiterfahren.

Was bedeutet der ADAC-Winterreifentest 2026 für den Kauf?

Der ADAC hat im September 2026 insgesamt 32 Winterreifen in den Größen 185/65 R15 und 225/50 R17 getestet, 9 davon bekamen die Note „mangelhaft“, darunter mehrere günstige Modelle. Ein Blick auf die Testergebnisse für eure Größe lohnt sich, bevor ihr nur nach dem Preis entscheidet.

Fazit

Winterreifen sind Pflicht, sobald es glatt wird, und nur Reifen mit Alpine-Symbol zählen. Achtet beim Kauf auf mindestens 4 Millimeter Profil, ein frisches Produktionsdatum und ein gutes Testergebnis in eurer Größe. Am günstigsten kauft ihr vor der Saison, prüft dafür vorher den Preisverlauf. Ganzjahresreifen mit Alpine-Symbol sind für Wenigfahrer in milden Regionen eine gute Alternative.

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Quellen

Für diesen Artikel haben wir § 2 der Straßenverkehrs-Ordnung auf gesetze-im-internet.de, die ADAC-Ratgeber zur Winterreifenpflicht, zum Alpine-Symbol und zur Reifenkennzeichnung, die ADAC-Meldung zum Winterreifentest 2026, die ADAC-Anleitung zum Reifenwechsel und den Ratgeber zu Ganzjahresreifen im Winter gelesen. Und weil wir bei DealGott seit über 17 Jahren jeden Herbst Reifenpreise vergleichen, wissen wir, wie schnell die Preise zum Saisonstart anziehen.

Alle Angaben ohne Gewähr.

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Über den Autor: Andre

Gründer von DealGott.de und seit 2009 Schnäppchenjäger aus Leidenschaft. Jeden Deal prüfe ich selbst, bevor er hier erscheint: Preisvergleich, Versandkosten, Kleingedrucktes. Neben den Schnäppchen gilt meine Begeisterung der Meteorologie und dem Fußball (Oberhausen, olé). Fragen, Anregungen oder ein Deal, der hier fehlt? Schreibt mir, ich bin normalerweise 18 Stunden am Tag per E-Mail für euch erreichbar.

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