Porto 2027: So stark steigen Briefe und Pakete bei der Post

16. Oktober 2026 |   Anzeige Keine Kommentare
Das DealGott-Maskottchen schaut entsetzt auf eine Münze neben einem Stapel Briefe auf der Waage
Symbolbild – KI-generiert / DealGott

Das Porto für Briefe darf ab dem 1. Januar 2027 um bis zu 20,35 Prozent steigen, für Pakete von Privatkunden um bis zu 10,72 Prozent. Das sieht der Entwurf der Bundesnetzagentur vom 12. Oktober 2026 vor. Rechnerisch würde der Standardbrief damit von 0,95 Euro auf rund 1,14 Euro steigen. Die endgültigen Preise legt die Post erst nach der Entscheidung im November fest. Was sich ändert und wie ihr jetzt noch spart, steht hier. Stand: Oktober 2026.

Das Wichtigste in Kürze

  • Briefe: bis zu 20,35 Prozent Preisspielraum für 2027 und 2028, fast doppelt so viel wie beim letzten Mal (10,48 Prozent).
  • Pakete von Privatkunden: bis zu 10,72 Prozent, zuletzt waren es 7,21 Prozent.
  • Endgültige Entscheidung der Bundesnetzagentur voraussichtlich im November 2026, neue Preise ab 01.01.2027.
  • Ab 2027 dürfen Groß- und Maxibriefe bis zu 3 cm hoch sein (bisher Großbrief 2 cm, Maxibrief 5 cm), der Maxibrief darf dafür 2.000 g wiegen.
  • Gekaufte DHL-Versandmarken und Coupon-Codes gelten drei Jahre ab Ende des Kaufjahres, Briefmarken mit „Deutschland“ seit 2002 unbegrenzt.

Wie stark steigt das Porto 2027?

Bei Briefen um bis zu 20,35 Prozent, bei Paketen von Privatkunden um bis zu 10,72 Prozent. Diese Werte sind der sogenannte Preisspielraum, den die Bundesnetzagentur der Deutschen Post für den Zeitraum vom 1. Januar 2027 bis 31. Dezember 2028 einräumen will. Der Spielraum für Briefe gilt auch für Geschäftspost.

Zum Vergleich: Für 2025 und 2026 lag der Spielraum bei 10,48 Prozent für Briefe und 7,21 Prozent für Pakete. Der Spielraum für Briefe ist diesmal also fast doppelt so groß wie bei der letzten Runde.

Was kostet ein Brief ab Januar 2027?

Das steht noch nicht fest. Die Post entscheidet selbst, wie sie den Spielraum auf die einzelnen Produkte verteilt, manche Briefarten können also stärker steigen als andere. Erst danach genehmigt die Bundesnetzagentur die konkreten Preise.

Damit ihr ein Gefühl für die Größenordnung bekommt, haben wir die aktuellen Preise mit der vollen Erhöhung von 20,35 Prozent hochgerechnet. Das ist ein Rechenbeispiel, keine offizielle Preisliste der Post.

Sendung Preis 2026 Rechenbeispiel +20,35 %
Postkarte 0,95 Euro ca. 1,14 Euro
Standardbrief bis 20 g 0,95 Euro ca. 1,14 Euro
Kompaktbrief bis 50 g 1,10 Euro ca. 1,32 Euro
Großbrief bis 500 g 1,80 Euro ca. 2,17 Euro
Maxibrief bis 1.000 g 2,90 Euro ca. 3,49 Euro

Wer viele Briefe verschickt, sollte für 2027 also mit rund 20 Cent mehr pro Standardbrief rechnen. Die endgültigen Preise nennen wir, sobald die Post sie veröffentlicht.

Warum wird das Porto so viel teurer?

Weil immer weniger Briefe verschickt werden, die Kosten für Zustellung und Personal aber bleiben. „Wesentlicher Grund für das steigende Porto sind die stark abnehmenden Briefmengen“, sagt Bundesnetzagentur-Präsident Klaus Müller. Rechnungen, Bescheide und Kontoauszüge kommen immer öfter digital, ab 2028 gilt zusätzlich die Pflicht zur elektronischen Rechnung zwischen Unternehmen.

Die Fixkosten verteilen sich dadurch auf weniger Sendungen, jeder einzelne Brief wird teurer. Die Post hatte sogar einen noch höheren Spielraum gefordert, die Bundesnetzagentur hat einen Teil der geltend gemachten Mehrkosten aber nicht anerkannt.

Hände messen die Dicke eines gepolsterten Umschlags mit einem Lineal
Symbolbild – KI-generiert / DealGott

Was ändert sich 2027 bei Groß- und Maxibrief?

Groß- und Maxibriefe dürfen ab 2027 höchstens 3 cm dick sein. Das hat die Deutsche Post für den 1. Januar 2027 angekündigt, unabhängig von den neuen Preisen.

  • Großbrief: bis 3 cm hoch statt 2 cm und bis 1.000 g statt 500 g.
  • Maxibrief: nur noch bis 3 cm hoch statt 5 cm, dafür bis 2.000 g und bis 38,1 x 30,5 cm groß.
  • Der Maxibrief mit Zusatzentgelt fällt weg.
  • Dickere Sendungen gehen künftig als DHL Päckchen, Paket oder Warensendung. Die Warensendung darf weiterhin 5 cm hoch sein.

Unser Tipp: Wer Bücher, Spiele oder kleine Waren bisher als Maxibrief mit bis zu 5 cm verschickt hat, sollte ab Januar vorher nachmessen. Liegt die Sendung über 3 cm, ist die Warensendung (2,70 Euro bis 1.000 g, Stand: Oktober 2026) eine Alternative zum Päckchen.

Lohnt es sich, jetzt noch Briefmarken zu kaufen?

Zum Sparen nicht. Klassische Briefmarken mit der Aufschrift „Deutschland“, die seit 2002 erschienen sind, bleiben zwar unbegrenzt gültig. Nach einer Portoerhöhung müsst ihr aber die Differenz mit Ergänzungsmarken nachkleben, die es mit 0,05, 0,10, 0,20 und 0,30 Euro gibt. Ihr verliert also kein Geld, ihr spart aber auch keins.

Vorsicht bei Internetmarken: Sie sind eine eigene Frankierart, eine Mischfrankierung mit klassischen Briefmarken ist nicht erlaubt, und auch mehrere Internetmarken auf einer Sendung sind unzulässig. Nach einer Portoerhöhung dürft ihr eine Internetmarke nur mit den offiziellen Ergänzungsmarken aufstocken. Auch hier spart Vorkaufen also nichts, kauft deshalb nur so viele, wie ihr bis zum Jahresende braucht.

Wie spart ihr bei Paketen vor der Erhöhung?

Mit DHL-Versandmarken, die ihr vor dem 1. Januar 2027 online kauft. Laut den Geschäftsbedingungen der DHL Online Frankierung gilt der Preis zum Zeitpunkt der Bestellung, und gekaufte Versandmarken und Coupon-Codes sind drei Jahre gültig, gerechnet ab dem Ende des Kaufjahres. Eine Marke aus dem Jahr 2026 könnt ihr also bis Ende 2029 nutzen. Eine Nachzahlung nach einer Preiserhöhung sehen die Bedingungen nicht vor.

Wer regelmäßig verschickt, kann zusätzlich zu den DHL Sparsets greifen. Das sind Coupon-Codes im 10er-Set, die laut DHL günstiger sind als der Einzelkauf und ebenfalls drei Jahre gelten. Rechnet aber ehrlich nach, wie viele Pakete ihr in den nächsten Jahren wirklich verschickt. Widerrufen könnt ihr den Kauf nur innerhalb von 14 Tagen, gerechnet ab Erhalt der Marke oder des Codes.

Aus unserer Erfahrung lohnt sich das Vorkaufen vor allem für die Paketgrößen, die ihr ohnehin oft braucht, etwa für Retouren an Händler ohne kostenloses Rücksendeetikett oder für Kleinanzeigen-Verkäufe.

Hände verkleben ein Paket mit Klebeband, daneben zwei weitere Pakete
Symbolbild – KI-generiert / DealGott

Werden Bestellungen in Onlineshops jetzt teurer?

Möglich, denn auch Händler zahlen mehr für den Versand. Aus über 17 Jahren Deal-Suche wissen wir, dass viele Shops nach einer Portoerhöhung ihre Versandkosten oder die Grenze für kostenlosen Versand anpassen. Das betrifft vor allem Händler, die günstig per Brief oder Warensendung verschicken.

Achtet deshalb bei kleinen Bestellungen auf die Versandkosten im Warenkorb und rechnet sie in den Preisvergleich mit ein. Ein Artikel, der 2 Euro günstiger ist, aber 4,95 Euro Versand kostet, ist am Ende kein Deal.

Häufige Fragen

Ab wann gilt das neue Porto?

Geplant ist der 1. Januar 2027. Vorher muss die Bundesnetzagentur den Preisspielraum endgültig festlegen, das soll im November 2026 passieren, danach genehmigt sie die einzelnen Preise der Post.

Sind meine alten Briefmarken noch gültig?

Ja, Briefmarken mit dem Aufdruck „Deutschland“ seit 2002 gelten unbegrenzt. Reicht der aufgedruckte Wert nach der Erhöhung nicht mehr, klebt ihr Ergänzungsmarken dazu.

Kann ich eine 0,95-Euro-Marke 2027 noch verwenden?

Ja, zusammen mit Ergänzungsmarken bis zum neuen Porto. Ein Brief mit zu wenig Porto kann sonst beim Empfänger mit Nachentgelt landen oder an euch zurückgehen.

Werden auch Päckchen teurer?

Päckchen und Pakete von Privatkunden fallen in den Paketkorb, für den bis zu 10,72 Prozent Spielraum vorgesehen sind. Wie die Post diesen Spielraum auf Päckchen und die einzelnen Paketgrößen verteilt, entscheidet sie selbst.

Kann ich gegen die Erhöhung etwas tun?

Die Bundesnetzagentur hat ihren Entwurf zur Stellungnahme veröffentlicht, Kommentare sind bis zum 30. Oktober 2026 möglich. Am Ende entscheidet die Behörde.

Fazit

Briefe werden 2027 voraussichtlich deutlich teurer, rechnerisch rund 20 Cent pro Standardbrief, Pakete um bis zu gut 10 Prozent. Sparen könnt ihr vor allem bei Paketen: Wer regelmäßig verschickt, kauft DHL-Versandmarken oder Sparsets noch 2026 und nutzt sie bis zu drei Jahre. Bei Briefmarken und Internetmarken bringt Vorkaufen dagegen nichts, weil ihr nach der Erhöhung Ergänzungsmarken nachkleben müsst. Prüft ab Januar außerdem, ob eure Sendungen unter die neue 3-cm-Grenze passen.

Was ihr tun könnt, wenn ein Paket beschädigt ankommt oder verloren geht, erklären wir im Beitrag Paket beschädigt oder verloren. Wer zahlt, wenn ihr Online-Bestellungen zurückschickt, steht im Beitrag Widerrufsrecht 2026: 14 Tage, Ausnahmen und Rücksendekosten. Weitere Spartipps findet ihr in unserem Magazin.

Quellen

Für diesen Artikel haben wir die Pressemitteilung der Bundesnetzagentur „Bundesnetzagentur veröffentlicht geplanten Spielraum für Porti“ vom 12.10.2026, die Seite der Deutschen Post zu den Änderungen beim Brief National 2027, die aktuelle Portoübersicht und die Hilfeseiten zur Frankierung auf deutschepost.de sowie die Seite zu den DHL Sparsets und die Allgemeinen Geschäftsbedingungen der DHL Online Frankierung gelesen. Dazu kommen über 17 Jahre DealGott, in denen wir bei jedem Deal auch die Versandkosten der Händler mitrechnen.

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Über den Autor: Andre

Gründer von DealGott.de und seit 2009 Schnäppchenjäger aus Leidenschaft. Jeden Deal prüfe ich selbst, bevor er hier erscheint: Preisvergleich, Versandkosten, Kleingedrucktes. Neben den Schnäppchen gilt meine Begeisterung der Meteorologie und dem Fußball (Oberhausen, olé). Fragen, Anregungen oder ein Deal, der hier fehlt? Schreibt mir, ich bin normalerweise 18 Stunden am Tag per E-Mail für euch erreichbar.

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