Widerrufsrecht 2026: 14 Tage, Ausnahmen und Rücksendekosten

4. Oktober 2026 |   Anzeige Keine Kommentare
Das DealGott-Maskottchen trägt ein Paket zur Rücksendung zur Haustür
Symbolbild – KI-generiert / DealGott

Bei Online-Käufen habt ihr in Deutschland 14 Tage Zeit, den Vertrag ohne Angabe von Gründen zu widerrufen. Die Frist beginnt bei Waren erst, wenn ihr die Ware erhalten habt, und es reicht, wenn ihr den Widerruf rechtzeitig abschickt. Ausnahmen gibt es unter anderem für Maßanfertigungen, verderbliche Waren und entsiegelte Hygieneartikel. Die Rücksendekosten tragt ihr nur, wenn der Händler euch vorher darüber informiert hat. Stand: Oktober 2026.

Das Wichtigste in Kürze

  • Widerrufsfrist: 14 Tage, bei Waren ab Erhalt, bei mehreren Lieferungen ab Erhalt der letzten Ware.
  • Eine Begründung ist nicht nötig, die rechtzeitige Absendung des Widerrufs genügt.
  • Der Händler muss den Kaufpreis und die Standard-Versandkosten spätestens nach 14 Tagen erstatten.
  • Ohne korrekte Widerrufsbelehrung beginnt die Frist nicht, das Widerrufsrecht erlischt dann spätestens nach 12 Monaten und 14 Tagen.
  • 13 gesetzliche Ausnahmen, darunter Maßanfertigungen, verderbliche Waren und entsiegelte Hygieneartikel.

Wie lange habt ihr Zeit für den Widerruf?

Die Widerrufsfrist beträgt 14 Tage (§ 355 Absatz 2 BGB). Bei einem Kaufvertrag über Waren beginnt sie, sobald ihr oder eine von euch benannte Person, die nicht der Paketbote ist, die Ware erhalten habt (§ 356 Absatz 2 BGB). Bestellt ihr mehrere Waren, die getrennt geliefert werden, beginnt die Frist erst mit Erhalt der letzten Ware, bei Teillieferungen mit der letzten Teilsendung.

Die Frist beginnt außerdem erst, wenn der Händler euch korrekt über euer Widerrufsrecht informiert hat. Fehlt die Belehrung, erlischt das Widerrufsrecht spätestens 12 Monate und 14 Tage nach Erhalt der Ware (§ 356 Absatz 3 und 4 BGB).

Wie widerruft ihr richtig?

Ihr erklärt den Widerruf gegenüber dem Händler, eine Begründung müsst ihr nicht angeben (§ 355 Absatz 1 BGB). Zur Fristwahrung genügt es, den Widerruf rechtzeitig abzuschicken. Bietet der Händler ein Online-Formular an und ihr nutzt es, muss er euch den Eingang unverzüglich bestätigen.

Das bloße Zurückschicken der Ware ohne Erklärung ist riskant, weil der Händler dann nicht sicher erkennt, dass ihr widerrufen wollt. Schreibt deshalb eine kurze E-Mail oder nutzt das Formular des Shops, mit Bestellnummer, Datum und dem Satz, dass ihr den Vertrag widerruft. Hebt den Nachweis auf.

Welche Fristen gelten für Rücksendung und Erstattung?

Beide Seiten müssen die empfangenen Leistungen spätestens nach 14 Tagen zurückgeben (§ 357 Absatz 1 BGB). Die Tabelle fasst die wichtigsten Regeln zusammen:

Punkt Regel Paragraf
Widerrufsfrist 14 Tage ab Erhalt der Ware § 355, § 356 BGB
Fristwahrung rechtzeitige Absendung des Widerrufs genügt § 355 Abs. 1 BGB
Erstattung spätestens nach 14 Tagen, inklusive Kosten der günstigsten Standardlieferung § 357 Abs. 1 und 2 BGB
Zurückbehaltung Händler darf warten, bis die Ware zurück ist oder ihr die Absendung nachweist § 357 Abs. 4 BGB
Rücksendekosten tragt ihr, wenn der Händler euch vorher informiert hat und sie nicht selbst übernimmt § 357 Abs. 5 BGB
Risiko auf dem Rückweg trägt der Händler § 355 Abs. 3 BGB
Ohne Belehrung Widerrufsrecht erlischt spätestens nach 12 Monaten und 14 Tagen § 356 Abs. 4 BGB

Den Aufpreis für eine teurere Versandart, etwa Expressversand, muss der Händler nicht erstatten, nur die Kosten der günstigsten Standardlieferung.

Wer zahlt die Rücksendung?

Die unmittelbaren Kosten der Rücksendung tragt ihr, wenn der Händler euch vorher darüber informiert hat (§ 357 Absatz 5 BGB). Viele Shops übernehmen die Kosten freiwillig, das steht dann in ihren Rückgabebedingungen. Bietet der Händler an, die Ware abzuholen, müsst ihr sie nicht selbst zurückschicken.

Geht das Paket auf dem Rückweg verloren, ist das Risiko des Händlers (§ 355 Absatz 3 BGB). Hebt den Einlieferungsbeleg trotzdem auf, damit ihr die Absendung nachweisen könnt.

Das DealGott-Maskottchen packt einen Pullover sorgfältig zurück in den Karton
Symbolbild – KI-generiert / DealGott

Wann gibt es kein Widerrufsrecht?

§ 312g Absatz 2 BGB nennt 13 Ausnahmen. Für Online-Käufe sind vor allem diese wichtig:

  • Waren, die nach euren individuellen Wünschen angefertigt werden, zum Beispiel ein Möbelstück nach Maß.
  • Waren, die schnell verderben können.
  • Versiegelte Waren, die aus Gesundheitsschutz- oder Hygienegründen nicht zur Rückgabe geeignet sind, wenn ihr das Siegel nach der Lieferung entfernt habt.
  • Ton- und Videoaufnahmen sowie Software in versiegelter Packung, wenn ihr die Versiegelung entfernt habt.
  • Einzelne Zeitungen und Zeitschriften, Abonnements sind aber widerrufbar.
  • Freizeit-Dienstleistungen mit festem Termin, etwa Hotelübernachtungen, Mietwagen oder Beförderung.

Die Ausnahmen gelten nur, soweit der Händler nichts anderes zusagt. Manche Shops lassen freiwillig auch die Rückgabe solcher Waren zu.

Müsst ihr Wertersatz zahlen?

Nur wenn ihr die Ware über eine normale Prüfung hinaus benutzt habt und der Händler euch korrekt über das Widerrufsrecht informiert hat (§ 357a Absatz 1 BGB). Prüfen dürft ihr die Ware auf Beschaffenheit, Eigenschaften und Funktionsweise, ohne dass ein Wertersatz fällig wird.

Ein Kleidungsstück anprobieren ist also in Ordnung, es eine Woche zu tragen nicht. Bei Elektronik dürft ihr das Gerät auspacken und die Funktion testen, deutliche Gebrauchsspuren können dagegen zu einem Abzug führen.

Häufige Fragen

Muss ich die Originalverpackung zurückschicken?

Die Regeln zum Widerruf in §§ 355 bis 357a BGB nennen keine Pflicht zur Originalverpackung. Verpackt die Ware aber sicher, damit sie beim Rückversand nicht beschädigt wird.

Gilt das Widerrufsrecht auch bei Käufen von Privatpersonen?

Nein. Das Widerrufsrecht gilt bei Verträgen zwischen Verbrauchern und Unternehmern, nicht beim Kauf von privat.

Zählt der Tag der Lieferung mit?

Die Frist läuft ab dem Erhalt der Ware 14 Tage. Wer auf Nummer sicher gehen will, schickt den Widerruf nicht erst am letzten Tag ab.

Was ist der Unterschied zum freiwilligen Rückgaberecht?

Viele Händler bieten freiwillig längere Rückgabefristen an, zum Beispiel 30 Tage. Das gesetzliche Widerrufsrecht von 14 Tagen gilt unabhängig davon immer.

Fazit

Ihr habt bei Online-Käufen 14 Tage ab Erhalt der Ware Zeit zu widerrufen, ohne Begründung. Schickt den Widerruf schriftlich und mit Nachweis ab, verpackt die Ware sicher und prüft vorab, ob ihr die Rücksendekosten tragen müsst. Bei Maßanfertigungen, Lebensmitteln und entsiegelten Hygieneartikeln gibt es in der Regel kein Widerrufsrecht.

Geprüfte Online-Angebote findet ihr täglich in unserer Kategorie Elektronik & Foto. Wer an Aktionstagen viel bestellt, sollte auch unseren Beitrag Black Friday 2026: Datum, Händler-Termine und echte Rabatte erkennen kennen.

Quellen

Für diesen Artikel haben wir §§ 312g, 355, 356, 357 und 357a des Bürgerlichen Gesetzbuchs auf gesetze-im-internet.de gelesen. Dazu kommt unsere eigene Erfahrung aus über 17 Jahren DealGott.

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Über den Autor: Andre

Gründer von DealGott.de und seit 2009 Schnäppchenjäger aus Leidenschaft. Jeden Deal prüfe ich selbst, bevor er hier erscheint: Preisvergleich, Versandkosten, Kleingedrucktes. Neben den Schnäppchen gilt meine Begeisterung der Meteorologie und dem Fußball (Oberhausen, olé). Fragen, Anregungen oder ein Deal, der hier fehlt? Schreibt mir, ich bin normalerweise 18 Stunden am Tag per E-Mail für euch erreichbar.

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